Konferenz der Serbischen Humboldt-Gesellschaft

 

Belgrad, vom 11.-13. September 1998

Die Alexander von Humboldt-Stiftung veranstaltete vom 11. bis 13. September 1998 in Zusammenarbeit mit dem Humboldt-Club Serbien in Belgrad ein Kolloquium, an dem 90 Wissenschaftler der 159 Mitglieder des serbischen Clubs teilnahmen. Drei Professoren aus Deutschland, sowie acht Vertreter von Humboldt-Clubs anderer Länder folgten der Einladung. Der Humboldt-Verein Ungarn war durch den Szegeder Gemanisten, Prof. Dr. Árpád Bernáth, vertreten.

Das Programm des Kolloquiums hatte den traditionellen Charakter der Nachkontaktpflege: Es fand im eleganten Hotel "Interkontinental" statt und begann mit einer Plenarsitzung, wurde dann mit Vorträgen und Berichten in drei Sektionen fortgesetzt, und endete schließlich mit einer gemeinsamen Abschlußdiskussion.

Am ersten Abend gab der Botschaf ter der Bundesrepublik Deutschland in seiner Belgrader Residenz einen Empfang, der mit einem Konzert eingeleitet wurde. Dieses Konzert mit ausgesprochen familiärer Atmosphäre (durch die Teilnahme des Sohns des Vorsitzenden Maksimovic und Dr. Manfred Osten) war nicht nur eine angenehme Ergänzung zum wissenschaftlichem Teil des Programms, sondern in diesem Fall auch ein wohltuender Kontrast zur spannungsgeladenen Umgebung. Gerade durch Letztere erhielt das Thema des Kolloquiums "Wissenschaft und Verantwortung" eine besondere Färbung. Gleichzeitig war die Veranstaltung einerseits ein mutiger Versuch der Humboldt-Stiftung, die internationale Isolation der serbischen Forschungsstipendiaten zu überwinden, andererseits zeigte der serbische Humboldt-Club durch seine Aktivitäten die Bereitschaft, hierbei Partner zu sein. Anknüpfend an den Festvortrag "Die Verantwortung der Wissenschaft in Krisenzeiten" wurde in vielen Veranstaltungen auch auf die Verantwortung der Wissenscahftler hingewiesen.

Dieses Problem stand im Mittelpunkt der Abschlußdiskussion, in der die Mehrheit der Anwesenden gegen entscheidende administrative Maßnahmen und für die Solidarität der Wissenschaftler argumentierte. Dies wurde unterstützt durch den Beitrag vom stellvertretenden Generalsekretär der Stiftung, Dr. Dietrich Papenfuß, der versicherte, daß die Stiftung - wie bereits in der Vergangenheit - bei der Pflege der Nachkontakte oft auch spezifische Formen wählt.

Árpád Bernáth