Das ehemalige Rathaus von Buda, heute
Collegium Budapest (von links),
und das Geburtshaus von József Eötvös
Zeichnung von Ákos Ney (1881-1967),
Dipl. Ing., Direktor bei mehreren Eisenbahngesellschaften.
Er war auch ein begeisterter Künstler: er schrieb
Gedichte und er zeichnete gern. Das Burgviertel von
Buda war eines seiner Lieblingsmotive.
Humboldt Nachrichten
Nr. 13. September 1998
Berichte des Humboldt-Vereins Ungarns
AUFRUF DER STIFTUNG DER UNGARISCHEN HUMBOLDTIANER
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrte Leser
Im Jahre 1994 hat der Humboldt-Verein Ungarn die Stiftung der Ungarischen Humboldt-Stipendiaten ins Leben gerufen. Die Stiftung hat in entscheidendem Masse die gemeinnützige Tätigkeit des Vereins unterstützt. Sie half im Jahre 1996 bei der Veröffentlichung des Ungarischen Humboldt-Almanachs. Die Stiftung leistete auch anfängliche Hilfe beim Erscheinen der deutschsprachigen Zeitschrift HUMBOLDT NACHRICHTEN. Seit 1997 befindet sich der Sitz der Stiftung in Szeged. Dies wurde notwendig, um die Buchhaltung und Administration der Stiftung zu erleichtern. Im Sinne der Entscheidung des Hauptstädtischen Gerichts sind die folgenden Personen ehrenamtliche Mitglieder des Kuratoriums der Stiftung:
Vorsitzender des Kuratoriums: Prof. Dr. János HOLLÓ
Sekretär des Kuratoriums: Dr. Mátyás CZUGLER
Mitglieder des Kuratoriums: Prof. Dr. János CSIRIK Dr. József DOMBI Dr. János FISCHER Prof. Dr. László ÖTVÖS Dr. Gábor PÁLINKÁS
Vertreter:
Dr. József DOMBI,
Universitätsdozent <\P>
Adresse: c/o JATE Lehrstuhlgruppe Informatik Tel: +(36)-(62)-454-000 (App. 3348) Fax:+(36)-(62)-312-292 E-mail: dombi@inf.u-szeged.hu
Die Stiftung der ungarischen Humboldt-Stipendiaten möchte auch im weiteren die gemeinnützige Tätigkeit des Vereins unterstützen, in erster Linie das Erscheinen dieser Zeitschrift. Im Humboldt-Jahr 1999 möchten wir mit einer Sonderausgabe über unseren Namenspatron berichten. Sie können Ihre Unterstützung mit dem beigelegten Scheck oder auf das Konto der Stiftung überweisen: Stiftung d. Ung. Humboldtianer Konto-Nr.: 11735005-20481357 Landessparkasse (OTP-Szeged)
Auf Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung hoffend mit freundlichen Grüssen Dr. József Dombi Mitglied des Kuratoriums und Vertreter der Stiftung
Der ungarische Dukat im frühneuzeitlichen Europa
János Buza
Über lange Jahrhunderte hinweg war die Herrschaft des Silbergeldes charakteristisch für das mittelalterliche Europa. Das Goldgeld begann seinen Siegeszug in der Mitte des XIII. Jahrhunderts. In Florenz und Genua wurden seit 1252 wervolle Goldmünzen geprägt, aus dem "fiorino d'oro" der am Arno liegenden Stadt entstand der Name Florin (Goldgulden). Seinen Erfolg bewundernd begann man auch anderenorts Goldmünzen zu prägen; in Venedig wurden 1284 die auch unter dem Namen "zecchino" bekannten Dukaten in Umlauf gebracht, und - da man mit der Zeit auch Silbergulden zu prägen begann - bezeichnete man die Golddukaten immer häufiger als "Dukaten".
Das mittealterliche Ungarn - nach Inama Sternegg das "goldene Nachbarreich" - stellte sich 1325 in die Reihe der Länder, die Golddukaten in Umlauf brachten; in der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts wurden in einzelnen Jahren auch 400-450 Tausend Münzen dieser Art geprägt. "Der Siegeszug des ungarischen Goldes im Mittelalter" - Worte von G. Probszt - ist zum Teil auf die große Menge, zum Teil aber auch auf die gute Qualität des ungarischen Goldguldens zurückzuführen. An dieser Stelle muß allerdings bemerkt werden, daß die ungarischen Dukaten nicht nur im Mittelalter leuchteten, sondern auch in der neuen Neuzeit Glanz ausstrahlten.
Im Mittelmeerbecken spielte der Venezianische Dukat die R olle des "Dollar", jedoch im Norden der Linie Buda - Wien - Alpen - Antwerpen war der ungarische Dukat das meistgesuchte Zahlungsmittel. Gibt es genügend Beweise dafür? - so kann sich dem Leser die Frage stellen. Die eventuellen Zweifel können unter anderem damit beseitigt werden, daß zahlreiche privilegierte Städte des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation Goldmünzen nach dem Beispiel des ungarischen Dukaten prägen wolten. Dies war 1521 in Augsburg der Fall, als auf der Reichsversammlung zu Worms Karl V. um entsprechende Erlaubnis gebeten wurde. Der Kaiser erlaubte der Reichsstadt, Dukaten zu prägen,"... doch solcher Massen, daß der Ducat mit Schwer und Korn, Nedel und Grad, Gehalt auf Zahl und Werschaft, den Hungerischen, Venedigischen oder Mailander oder Florentiner Ducaten gleich..." wird. Begibt man sich weiter nach Norden, so stellt man fest, daß solch namhafte Hansestädte wie z.B. Hamburg und Lübeck, weiterhin auch weltliche Mächte gern den sog. "ungarischen Dukaten" prägten.
Die Augsburger Reichsmünzordnung von 1559 s etzte den Dukaten vor den Rheinischen Goldgulden; zwa r enthielt der nach Reichsmaß geprägte Dukat 1/288 weniger Gold, als die ungarische Präg ung, trotzdem bezeichnete man die den gesetzlichen Vorschr iften entsprechenden Dukaten, also Münzen von gute r Qualität, im ganzen Reich als "Ungarische Dukaten". Es sind zahlreiche Kursraufzeichnungen bekan nt, auf denen der Ungarische Dukat an erster Stel le stand. Der Wert der Goldmünzen von zuverl ässiger Qualität stieg in der zweiten Hä ;lfte des XVI. Jahrhunderts auch delshalb, weil aus Latein-Amerika Unmengen von Silber nach Eropa strö ;mten, und sich der Wert der beiden Edelmetalle zug unsten des Goldes veränderte. Als Begleterscheinung der sog. "Preisrevolution" erhöhte der stufenweise Zerfall der Kaufkraft des Geldes, beziehungsweise die in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts noch schleichende, sich zu Beginn des XVII. Jahhunderts beschleunigende, bei Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1618- 1648) jedoch bereits galoppierende Inflation die Nachfrage nach Goldmünzen, darunter auch die nach des hervorragend bewertetetn ungarischen Dukaten. Im ausgezeichneten "Müntz-Spiegel" von T. Friese (1592) ist zu lesen, daß unter den Dukaten "Diese Ungarischen seyn daß besten Goltes." Seinen Bekanntheitsgrad unterstreicht auch der Fakt, daß in Hannover geborene H. Büting in seiner in zahlreichen Auflagen erschienenen Bibel-Interpretation die biblischen Silbermünzen in Reichstaler, die Goldmünzen jedoch in ungarische Dukaten umrechnete. So konnten Leser um die Wende vom XVI. zum XVII. Jahrhundert das märchenhafte Geschenk von Krösus auch in ungarischen Dukaten gemessen bewundern.
Aus Platzgründen muß hier von der Aufzählung der Kopien des Ungarischen Dukaten abgesehen werden. Erwähnt werden soll jedoch unbedingt der seit 1586 in den Niederlanden geprägte "Hongaarsche ducaten", der bei Handel im Ostseeraum sehr beliebte ungarische Dukat. Nach Angaben der sich im XVII. Jahrhundert zum Finanzzentrum der Welt entwickelten "Amsterdamische Wisselbank" war im Jahre 1611 der Anteil des Goldes der sog. "ungarischen Dukaten" am Gold der Bank sehr bedeutsam.
In der einzigen Münzordnung des als "Winterkönig" bezeichneten tschechischen Königs - Kurfürst Friedrich - steht ebenfalls der "Dukát Uhersky" an erster Stelle, in der Zeit der großen Geldentwertung, der sog. "Kipper- und Wipperzeit", genauer gesagt im Jahre 1621, beginnt der ungarische Dukat von Kaiser Sigismund auf einem Flugblatt seinen Monolog mit den Worten: "Ich bin das beste Gold im Reich".
Der die Wirtschaft Mitteleuropas erschütternde Inflation (1618 - 1628) schlossen sich über mehrere Jahrzehnte hinweg stabile Geldwertverhältnisse an. Zwar waren neben den aus Silber geprägten Reichstalern die Dukaten auch weiterhin anerkanntes Zahlungsmittel, da jedoch monetäre Störungen für längere Zeit ausblieben, sprach man auch weniger von ihnen. Seit dem Ende des XVII. Jahrhunderts wurde nicht mehr der ungarische, sondern der "Kremnitzer Dukaten" erwähnt, wenn man Goldmünzen von wirklich guter Qualität bezeichnen wollte, denn die Kopierer - mit Ausnahme der Kremnitzer Münze auch die Münzen des Habsburger Hauses - brachten Dukaten mit einem etwas geringeren Goldgehalt in Umlauf. In Westeuropa erhöhte sich die Bedeutung der holländischen Dukaten infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs und Gewichts der Niederlande, obwohl ihre Qualität die der ungarischen Prägungen nicht erreichten. Newton setzte "The Hungary Ducat" im Jahre 1702 als Beamter des Mint Office vor "The Ducat of Holland coynes ad legem Imperii".
Als Ausblick kann gesagt werden, daß die Dukaten - unter ihnen auch der ungarische - eine mehrere Jahrhunderte dauernde Karriere hatten, der seit 1559 gepägte Reichsdukat war bis zum 1857 gesetzliches Zahlungsmittel, als Handelsmünze blieben die Dukaten sogar bis zum I. Weltkrieg im Umlauf.
Die Dukaten erfreuten sich zwar über einen langen Zeitraum großer Nachfrage, im Geldumlauf konnten sie trotzdem nicht die Rolle spielen, die heute vom Euro erwartet wird. Es kann aber bemerkt werden, daß der - auch im Zusammenhang mit dem Euro formulierte Anspruch nach einheitlichem Geld und Maßen auch zu der Zeit anzutreffen war, als die Dukaten sehr beliebt waren. Im von religiösen Spannungen belastetetn Deutschland wurde im XVI. Jahrhundert in der Rheingegend dieses kleine Gedicht veröffentlicht (R. Budelius, Köln, 1591):
"So hetten wir einen Glauben, Gott und Gerechtigkait vor augen Ein Ehl, Gewicht, Maß, Müntz und Gelt, So stünd es wol in diser welt".
Ungarischer Dukat aus der Zeit Ferdinands III. (1637-1657)
(J. B. ist Universitätsprofessor an der Budapester Wirtschaftsuniversität, Lehrstuhl f. Wirtschaftsgeschichte. Er war Humboldt-Stipendiat 1980 und 1986 in Erlangen-Nürnberg).
Aktuelle Berichte
Prof. Dr. László Sólyom, Jurist, Präsident des Verfassungsgerichts der Republik Ungarn, wurde mit dem Humboldt- Preis ausgezeichnet. Er war Humboldt- Stipendiat in Köln (1981/2), in Hamburg (1984) und in Franfurt a.M. (1988).
Prof. Dr. Zsolt Tulassay, Arzt, Direktor der II. Medizinischen Klinik der Budapester Semmelweis Universität hat eine wertvolle Gerätespende der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten. Das Gerät ist für die Forschung der Helicobacter pylori Infektionen unentbehrlich. Die Spende wurde durch den deutschen Botschafter Hasso Buchrucker und Kulturattaché Johannes Giffels überreicht.
Jahrtausende der ungarisch-türkischen Beziehungen
Géza Dávid
Reist man durch die Türkei, so hört man oft, daß die Ungarn und die Türken "miteinander verwandt" seien, daß "Attila Nationalheld sowohl der Türken, wie auch der Ungarn sei" und ähnliches. Auch bei uns gab und gibt es Leute, die unsere Vorfahren entweder als Hunnen, oder ein anderes türkisches Volk betrachteten, bzw. betrachten. Was ist heute der maßgebende Standpunkt zu diesem Themenkreis? Gibt es Hoffnung, daß die Frage des gemeinsamen oder eben nicht gemeinsamen Ursprungs der Ungarn und Türken endgültig zufriedenstellend beantwortet werden kann ?
Im Zusammenhang mit der Urgeschichte der erwähnten Völker liegt die größte Schwierigkeit darin, daß man sich über Jahrtausende hinweg nur auf eine geringe Zahl eigener Quellen stützen konnte. Diese Feststellung hat für die Mehrheit der türkischen Völker besondere Geltung, bei denen sich das Schrifttum später ausprägte, als in ungarischen Ländern. Aus diesem Grund ist es manchmal notwendig, mehrere Jahrhunderte umfassende weiße Flecken mittels Hypothesen zu überspringen; dabei müssen die einander oft widersprechenden, wortkargen Berichte des fremden - im vorliegenden Fall: chinesischen, arabischen und byzanthinischen - Quellenwerks interpretiert werden. Trotz der zahlreichen Schwierigkeiten wurden in den letzten 100 - 125 Jahren, nicht selten als Konsequenz von glühenden Diskussionen, viele konkrete Ergebnisse erzielt, und im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten häufte sich eine gewaltige Menge von Wissen an.
Um kokreter zu werden: lange Zeit konnte man sich schwer vorstellen, daß die Sprache eines Volkes etwas anderes sein könnte, als seine ursprün glichen ethnischen Charakteristiken. Daraus folgte, daß man unsere Vorfahren entweder als Angehörige der finnacuteugrischen Sprachgruppe und damit gleichzeitig als Träger der Eigenschaften dieses Volkes Verkörpernde ansah. Nur langsam wurde man sich darüber klar, daß auch Vermischungen und Sprachtausch existiert haben können. Nach der wahrscheinl ichsten Version bewahrte das Ungarntum bis heute den grundlegenden finnisch-ugrischen Charakter seiner Sprache, wurde jedoch gleichzeitig in den Jahhunderten vor der Landnahme ethnisch, in seiner Kultur und als Folge dessen hinsichtlich des Wortschatzes seiner Sprache stark von türkischen, in erster Linie die tschuwaschische Sprache kennzeichnenden Elementen durchtränkt. Dies beweisen mehrere hundert Wörter unserer Sprache (z.B. árpa - dt. Gerste - Türkeitürkisch: arpa; kapu - dt.Tor - Türkeitürkisch: kapi; alma - dt. Apfel - Türkeitürkisch: alma; kos - dt. Widder - Türkeitürkisch: koc; ökör - dt. Ochse - Türkeitürkisch: öküz), die vielen, besonders zur Zeit des Árpád- Hauses beliebten Personalnamen, eine große Zahl von ungarischen Ortsnamen türkischen Ursprungs, nicht wenige Institutionen der Staatsorganisation, mehrere heidnisch-religiöse Vorstellungen, und auch die in den alten musikalischen Stilen auffindbaren Gemeinsamkeiten. In diesem Sinne ist es durchaus berechtigt von einer ethnisch-kulturellen Verwandtschaft zwischen den Ungarntum und dem Türkentum zu sprechen. Diese Bindungen bestehen hauptsächlich zu den Tschuwaschen, den Baschkiren und anderen mittelasiatischen Völkern, und nicht zu den Bewohnern der heutigen Türkei, die eine ogusische Türksprache sprechen und im Laufe der Zeit ethnisch genauso stark vermischt wurden, wie die Ungarn.
Gegen diese sprachliche Verwandtschaft von Ungarn und Türken werden folgende Argumente ins Feld geführt: der größte Teil der gemeinsamen Worte ist nicht Bestandteil des Grundwortschatzes; das sie übernommen wurden, scheint auch dadurch untermauert zu sein, daß einige lautgeschichtliche Regeln für sie keine Gültigkeit mehr haben. Demzufolge muß es also einen noch früheren Zeitpunkt gegeben haben, zu dem die Bewohner des Urals und des Altais eine mehr oder weniger einheitliche Sprache gesprochen haben. Eine solche sehr alte "Verwandtschaft" würde die strukturelle Identität der beiden Sprachgruppen, das streng agglutinative System, erklären. In diesem Fall könnte man jedoch nicht mehr von ungarisch-türkischer Sprachverwandtschaft sprechen, besonders nicht im engeren Sinne dieses Begriffs. Da jedoch der enge Zusammenhang der altaistischen Sprachen von vielen Forschern nur als Hypothese angesehen wird, steht die Verwandtschaft der ural-altaistischen Sprachen auf noch unsicherem Grund. Der Mangel an schriftlichen zeitgenössischen Quellen stellt an diesem Punkt ein unüberwindlich erscheinendes Hindernis dar.
Unsere einzige Hoffnung liegt darin, daß bei archäologischen Ausgrabungen ein als wichtigste Quelle unserer sich auf die Kök-Türken beziehenden Kenntnisse dienender, den Inschriften ähnelder Sprachtext gefunden wird, der im Glücksfall auch darauf Antwort geben kann, woher wir kamen und mit wem wir uns vermischt haben. Mit großer Spannung wird darauf gewartet, ob dieser Text ungarisch oder türkisch ist.
Mit dem Seßhaftwerden der Ungarn im Karpatenbecken sind die Beziehungen zu den Türken keineswegs beendet. Zum einen verfügten unter den hier angetroffenen Völkern die Awaren mit großer Wahrscheinlichkeit über einen türkischen Hintergrund. Zum anderen kamen später neue, eindeutig türkische Volksgruppen in dieses Gebiet: die Petschenegen im X. Jahrhundert, die Komanen im XIII. Jahrhundert. Diese assimilierten sich im Laufe von zwei bis drei Jahrhunderten, ihre Spuren sind nur in einigen Gebeten, Sprüchen, Lehnwörtern, Orts- und Familiennamen zu finden.
Mit der im XIV. Jahrhundert immer stärker werdenden osmanisch-türkischen Armee mußte sich der ungarische König Ludwig I. von Anjou (1342 - 1382) im Jahre 1375 noch auf bulgarischem Gebiet auseinandersetzen, genauso wie das mit ausländischen Kontingenten aufgefüllte Heer Sigismunds von Luxemburg 1396 bei Nikopol. Mit der Zeit wurden die beiden Reiche zu Nachbarn. Nach Jahrzehnten von Kämpfen entlang der Grenze geriet 1521 die eine Schlüsselposition innehabende Stadt Belgrad in osmanische Hand, dann mußte das Heer des Königreichs Ungarn bei Mohács eine schwere Niederlage hinnehmen, wobei es auch seinen jungen Herrscher verlor. Nach 15 politisch schwierigen Jahren war es ein neuer großer Verlust, daß die Hauptstadt des Landes, Buda, fiel und für 145 Jahre eine Provinzhauptstadt des Osmanischen Weltreiches wurde. Im allgemeinen ungarischen Bewußtsein enthalten im Zusammenhang mit der als "Zeit der Türk enherrschaft" bezeichneten Epoche zahlreiche Phrasen, die auf voreingenommenen europäischen (vor allem ungarischen und Habsburger) Quellen beruhen. Mit Hilfe des in den letzten Jahrzehnten immer erreichbarer gewordenen Materials aus osmanischen Archiven, beziehungsweise durch die Forschungen einer neuen - ungarischen und ausländischen - Wissenschaftlergeneration kann heute schon ein entscheidend genaueres Bild über zahlreiche Aspekte dieser Epoche gemalt werden,wobei einige im wesentlichen negative Feststellungen auch weiterhin ihre Gültigkeit behalten haben. Früher wurde als eine der schwerwiegendsten Konsequenzen der osmanischen &AUML;ra der Rückgang der Bevölkerungszahl erwähnt. Heute kann gesagt werden, daß einerseits die Gesamtbevölkerung am Ende des XV. Jahrhunderts (mit 3 - 3,5 Millionen Menschen) geringer war, als man früher annahm. Gemessen daran kann man nicht von einem starken Bruch sprechen. Die mit der Eroberung Ungarns einhergehenden Kämpfe führten zwar vorübergehend zu einem Sinken der Bevölkerungszahl, die sich zum Ende des XVI. Jahrhunderts jedoch wieder regeneriert hatte: man zählte erneut 3,5 Millionen Menschen. Zwar bedeuteten die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen 1593 und 1606 erneut eine Gefahr, der größte Teil des XVII. Jahrhunderts erwies sich jedoch als ruhig, worauf zurückzuführen ist, daß zur Zeit der die Rückeroberung Ungarns bewirkenden Kriege (1683 - 1699) etwa 4 Millionen Menschen in diesem Lande lebten. Auf der anderen Seite darf nicht vergessen werden, daß der ungarische Bevölke- rungsanteil in der Zwischenzeit sank: von 70 -80 % auf 50 %. Aufgrund von türkischen Quellen aus dem XVI. Jahrhundert müssen auch die Übertreibungen hinsichtlich des Verfalls der Dörfer neu bewertet werden. Die bisherigen Untersuchungen zeigen eine geringere Migration als erwartet, hinsichtlich ihrer Richtung verblieb sie in einem viel klei- neren Umfang als vorausgesetzt.
Wesentlich stabiler waren auch die wirtschaftlichen Gegebenheiten - vor allem in den ständig türkisch besetzten Gebieten, während in den Grenzregionen die doppelte Besteuerung eine schwere Last bedeutete. Die Gebiete, die sich in osmanischer Hand befanden, wurden nicht aus dem Kreislauf des europäischen Handels herausgerissen: besonders der Viehexport war bedeutend, die Einfuhr bestand hauptsächlich aus Stoffen und Eisenerzeugnissen. Insgesamt jedoch blieb die Region eine Außenseite des sich kapitalisierenden Europas, die früheren Produktionsverhältnisse konservierten sich. Besonders augenscheinlich ist der Rückgang auf kulturellem Gebiet. Zwar bewegte die Ausdehnung der Reformation etwas, aber das Fehlen der fürstlichen und geistlichen Schicht bedeutete den Mangel an Auftragsgebern, nur die Städte gaben einzelne Aufträge an Goldschmiede.
Kaum ein paar Jahre nach der Rückeroberung des größten Teils des Landes begann der Freiheitskrieg gegen die neuen Herrscher, die Habsburger. Der Führer des Freiheitskampfes, Fürst Rákóczi II.,bat unter anderem - etwas unerwartet - die Osmanen um Unterstützung. Zwar schloßen sich seinem Heer türkische und tatarische Kompanien nur in kleiner Zahl und ausschließlich auf Freiwilligenbasis an, ihre Anwesenheit hatte jedoch symbolischen Wert. Später, zwischen 1718 - 1735 lebte der Fürst mit seiner Begleitung auf osmanischem Land, im heutigen Tekirdag (Rodostó), und genoß dort auch die Betreuung des Sultans. Mehr als 100 Jahre später wurde den Führern des Freiheitskampfes von 1848/49 Asyl und Schutz in Kütahya gewährt. Im Rahmen einer späteren edlen Geste gab der Sultan 1877 die im XVI. Jahrhundert verschleppten Corvina Kodexe, die Bände der legendären Bibliothek von Mátyás Hunyadi (1458 - 1490) zurück.
Im ersten Drittel des XX. Jahrhunderts entwickelten sich die ungarisch-türkischen Beziehungen erneut dynamisch; die Verwirklichung der Reformen des Führers der jungen Republik, Mustafa Kemal Atatürk, wurde von zahlreichen ungarischen Experten unterstützt, wobei auch die vor der Weltwirtschaftskrise in der Türkei ein besseres Leben suchenden Facharbeiter nicht zu vergessen sind.
Zur Zeit des kalten Krieges war das Verhältnis der beiden Länder zurückhaltend, wenn es an der Oberfläche freundschaftlich aussah. Seit den 80-er Jahren ist erneut eine Belebung zu bemerken, zum Teil durch den Tourismus.Doch die wirklich ungetrübten und freundschaftlichen Beziehungen kamen erst mit den Veränderungen in Ungarn zustande: die gegenseitigen Besuche der Präsidenten, der Austausch von hochrangigen Delegationen beweist dies. Der wirtschaftliche Durchbruch dagegen läßt noch auf sich warten - trotz vielversprechender Tendezen. Schließlich kann auch die Freundschaftsgesellschaft Ungarn-Türkei frei ihre Aktivitäten entfalten. Im September 1997 drückte der Präsident der Türkischen Republik, Süleyman Demirel, seine Hochachtung durch die Aufnahme des auf wissenschaftlichem Gebiet tätigen Vorsitzenden, des stellv. Vorsitzenden und eines Gründungmitgliedes der Gesellschaft in die Ehrenlegion aus.
Der türkische Präsident Süleyman Demirel und Universitätsdozent Géza Dávid (von links) nach Übergabe der hohen staatlichen Auszeichnung am 3. September 1997
(G.D. ist Universitätsdozent an der Universität "Eötvös Loránd", Lehrstuhl f. Turkologie. Er war 1989/80 Humbolt-Stipendiat in München).
MITGLIEDER AUF LEBENSZEIT
FÖLDES, Csaba (Germanist), GLÄNZEL, Wolfgang (Mathematiker), KARGER-KOCSIS, József (Chemiker), KOVÁCS, György (Arzt), MAGYAR, Péter (Ing. f. Elektrotechnik), MESTER, János (Ing. und Arzt) und SCHMIDT, Lajos (Jurist).
AUSLANDSKONTAKTE
Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft e.V. (Bonn) hat den Humboldt-Verein Ungarn im Jahre 1997 als korrespondierendes Mitglied aufgenommen. Prof. Otto Schlecht, der Präsident, hat im April zum Thema Globalisierung in Budapest einen DUIHK-Vortrag gehalten.
DIE ERSTEN EHRENMITGLIEDER DES HUMBOLDT-VEREINS UNGARN
Dr. Heinrich Pfeiffer, Generalsekretär a.D. der Alexander von Humboldt-Stiftung wurde am 2. März 1998 zum ersten Ehrenmitglied des Humboldt-Vereins Ungarn gewählt. Die Auszeichnung übergab Dr. János Fischer im Haus der Akademie in Szeged. Dr. Heinrich Pfeiffer hat sich besonders große Verdienste erworben, in dem er der Humboldt-Stiftung neben den hervorragenden fachlichen Aktivitäten auch einen zutiefst humanen Charakter gab, und zwar nicht nur während der Stipendienzeit, sondern auch bei den "Nachkontakten". Seine Verdienste sind auch bei der Unterstüzung der ersten ungarischen Humboldt-Stipendiaten bedeutsam, die Anfang der 60-er Jahre reisen konnten. Neben den Humboldtianern nahm an der Veranstaltung auch der deutsche Kulturattaché, Herr Johannes Giffels teil. In einem Rundtischgespräch erinnerten sich auch die Zeitgenossen: István Altorjay, László Csernay, József Földes, Antal Jakobovits, Ferenc Szarvas, János Szilárd, Ervin Szöllõsy und Mária Tényi. Die Veranstaltung wurde durch das Musikprogramm von Tamás und Kinga Altorjay und Erzsébet Dombi bereichert.
Der Vorsitzende des Vereins überreich Herrn Dr.
Heinrich Pfeiffer die Ehrenurkunde
Professor Dr. Rudolf Wiechert, Forschungsdirektor a.D. der Schering AG (Berlin), wurde am 21. März 1998 zum Ehrenmitglied gewählt. Die Auszeichnung übergab Dr. János Fischer im Gebäude des Collegium Budapest von der Gelegenheit der Jahresversammlung der ungarischen Humboldtianern. Die Karriere von Professor Wiechert begann nahezu gleichzeitig mit der von Herrn Dr. Heinrich Pfeiffer im Jahre 1957. Eine weitere Ähnlichkeit ist, daß sie ihrem ersten Arbeitsplatz treu blieben. Rudolf Wiechert wird von Arzneimittelchemikern als einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Steroidchemie angesehen. Seine erfolgreiche Tätigkeit wird durch zahlreiche, auch in Ungarn eingeführte, Medikamente unterstrichen. Der Humboldt-Verein Ungarn konnte seit seiner Gründung auf die tatkräftige Unterstützung, den Rat und die aktive Mitarbeit von Professor Wiechert zählen. An der Veranstaltung nahmen mehrere Mitarbeiter der deutschen Botschaft teil: T. Bachmann, J. Giffels, C. Godknecht, P. Rückert, sowie der Direktor der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer, J. Illing, und Professor E. Pungor, Minister a.D. Im Rahmen der Veranstaltung hielt Prof. Dr. György Kampis einen Vortrag zum Thema"Nach der Epoche der Universitäten?".
von links: A. Kuba, D. Mani, R. Wiechert, J. Fischer, Gy. Kampis und C. Godknecht
Nach der Epoche der Universitäten ?
(Zitate aus dem Vortrag von Herrn Prof. Dr. György Kampis am 7. Jahrestreffen des Humboldt-Vereins Ungarn im Collegium Budapest am 21. März 1998)
Am 7. Jahrestreffen des Humboldt-Vereins Ungarn hat György Kampis (Professor an der Universität "Eötvös Loránd", Lehrstuhl f. Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie, Humboldt-Stipendiat 1989-90 in Tübingen) unter dem Titel "Nach der Epoche der Universitäten?" einen interessanten Vortrag gehalten. Mit der Genehmigung des Autors versucht der Redakteur mit Hilfe einiger Zitate die wichtigsten Gedanken des Vortrags zusammenzufassen.
1. Die Herrschaft der Universitäten
..."Die Universität ist ein historisches Gebilde. Universitäten gab es nicht immer und es ist durchaus möglich, daß auch nicht für immer bestehen bleiben. Die ersten Universitäten - wie in Bologna oder in Oxford - enstanden im XI.-XII. Jahrhundert, teils als staatliche Institutionen, teils als Institutionen der Kirche. Allgemein breiteten sie sich im XIV.- XV. Jahrhundert aus, ihre heutige Form erlangten sie im vergangenen Jahrhundert."
Die Herausforderungen der Universitäten waren und sind die folgenden: a.) "das Bestreben nach der Schaffung einer Forschungsbasis...", b.)" die Transformation des Wissens zu einer Gemeinschaft..." c.) "...die Gesellschaft kann diese Institutionen in eine solche Richtung bewegen, daß sie ...das Wissen nutzen kann."
"Die gewaltige Gesamtheit ... von anderen übernommenen Wissenssegmenten stellen - einen Ausdruck von Mihály Polányi verwendet - das persönliche Wissen dar." Das "paradigmatische" Denken ist aber die Quelle der gemeinsamen Sprache, in der wir einander verstehen. Dadurch entwickelte sich die Herrschaft der Universität,welche durch ihre Lehrkräfte vermittelt wird. Das Prestige der Universitäten verfällt aber seit Jahrzehnten.
2. Universität, Wissenschaft, Politik
"Gegenwärtig wird viel über die allgemeine Krise des Hochschulwesens geschrieben, die sich verschärfende materielle Situation der Universitäten.Hierbei handelt es sich um internationale Tendenzen. In Ungarn ist die Situation - gemäß der örtlichen Stimmung - besonders kritisch, man befindet sich in einer Phase der Umgestaltung."
Der Autor unterscheidet drei Epochen innerhalb der Periode der Herrschaft der Universität: "die durch die Neugier (curiosity), die Berufung (mission) und die Probleme (issue) motivierten Epochen."
In der dritten Epoche der problemorientierten Forschung ist der Grund zu Forschung, dass Forschungsaufträge erteilt werden. Die Schlüsselfigur in diesem Prozess ist der Auftraggeber oder der Klient. Dieser Prozess beendet die privilegisierte Rolle der Universitäten. "In der Epoche des Klienten werden sich die Begriffe von Wissenschaft und Wissen verändern". Gerade deswegen meint der Autor, dass der "Prestigeverlust der Universitäten nicht aufhören wird, wir stehen an der Schwelle des Zeitraums nach der Epoche der Universitäten". "Der Schlüssel zum Verständnis all dieser Entwicklungen ist die Verbreitung von Informationstechnologie und die Verbreitung der Medien".
3. Die Rolle der neuen Medien
"In der Epoche des gedruckten Schrifttums ist das Buch ein endgültiger Text, zu dem der Leser ein typisch einseitiges Verhältnis hat.Im Internet kann jeder Text neu verwendet und neu gestaltet werden, und zwar in einem Prozeß, in dem jeder Schriftsteller und Leser zugleich ist".
"Dies ist das Problem des aus heterogenen Quellen stammenden authentischen Wissens, dessen Anziehungspunkt die Universitäten nicht mehr sein können. Die Universität als Institution hört wegen ihres sinkenden Anteils am Informationsumlauf auf, Authentitätszentrale zu sein. Diese zentrale Rolle wird den Universitäten von neuen, auf geschäftlicher Basis stehenden Authentitätseinheiten abgenommen".
4. Wissen nach der Epoche der Universitäten
"Zwei Fragen stehen noch aus. Was wird mit den Universitäten geschehen, welche Rolle werden sie in der veränderten Situation spielen?" Was die erste Frage betrifft, wird "die Mehrheit der Universitäten ihrer Rolle nach eher zu Schulen, und zwar innerhalb der immer allgemeiner werdenden Ausbildung von 15- bis 17-jährigen."
"Auf die zweite Frage ... findet man die Antwort vielleicht im System der Klienten. Es sind nicht nur negative Wirkungen möglich, die mit dem Verlust der zentralen Rolle der Universitäten im Zusammenhang stehen, sondern die neu entstehenden Wissenszentren können auch positive Auswirkungen haben. Die Rolle von staatlichen und privaten Stiftungen wird voraussichtlich steigen, diese verfügen natürlich über ein eigenes Wert- und Wahrheitskriterium. Selbstverständlich durch den Staat kontrolliert, und mit den gesellschaftlichen Zielen der Wissensbewahrung in Einklang stehend, werden auch private Stiftungen Funktionen der sich erneuernden Universitäten übernehmen".
"Im Zusammenhang mit dem Internet wurde der Gedanke vom zweiten Schrifttum erwähnt, daß letzteres eine Rückkehr zu den Charakteristiken der Epoche vor den Büchern sein könnte. Es ist vielleicht nicht uninteressant, daß das soeben formulierte für die Universitäten etwas ähnliches bedeutet - die Rückkehr zur Wissenstechnologie vor der Epoche der Universitäten, in die Zeit der Kloster, in der die eigentliche Wissensvermittlung Aufgabe weiniger Auserwählter war".
"In dieser Perspektive darf keine Apokalypse gesehen werden. Es handelt sich hierbei um erstaunlich effektive Möglichkeiten. Das "Glasperlenspiel" von Hermann Hesse soll zitiert werden, die Möglichkeit einer neuen geistigen Askese und einer Säuberung".
Der Autor ist trotzdem optimistisch: auch in der Epoche nach den Universitäten löst sich das Problem der Kontinuität durch selbstregulierende Mechanismen".
J.F.
KURZE NACHRICHTEN
Dr. István Tömösközi, Forscher am Akademieinstitut f. Chemie wurde am 18. Dez. 1997 mit dem Zemplén-Preis ausgezeichnet. Sein gegenwärtiges Forschungsgebiet ist die Chemie der Nukleoside. Er war 1966 Humboldt-Stipendiat in Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. János Zlinszky, Jurist und Verfassungsrichter (1989-1998) beendete seine diesbezügliche Tätigkeit wegen Erreichen der Altersgrenze. Er ist weiterhin Dekan der jur. Fakultät der Universität "Pázmány Péter" und leitet dort den Lehrstuhl f. römisches Recht. Er war Humboldt-Stipendiat in Frankfurt a.M. (1979), München und Hamburg (1987).
Prof. Dr. László Kiss, Jurist und Lehrstuhlleiter f.Verfassungsrecht an der Universität "Janus Pannonius" in Pécs, wurde am 10. März 1998 vom Parlament zum Verfassungsrichter gewählt. Er war 1988-1989 Humboldt-Stipendiat in Marburg.
Dr. Christopher W. Long, der frühere britische Botschafter (1995-1998) wurde von der Vollversammlung der Gedeon Richter AG zum Vorstandsmitglied gewählt. Er war 1962 Humboldt-Stipendiat in Münster, wo er sich dem Studium der arabischen Literatur widmete.
Dr. György Hajós, Chemiker und wiss. Direktor des Akademieinstituts f. Chemie war Vorsitzender des "7. Blue Danube" Symposiums in Eger, das vom 7.-10. Juni 1998 stattfand. Im Rahmen des erfolgreichen fachlichen Programms fanden auch reichhaltige gesellschaftliche Veranstaltungen statt. Er war Humboldt-Stipendiat in Bochum (1985-86).
Hasso Buchrucker, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn hat am 2. April 1998 Debrecen besucht, wo er auch mit den Humboldtianern zusammentraf.
Prof. Dr. med. Werner Schmidt, Direktor des Gynäkologischen Instituts der Staatlichen Universität Homburg (Saar), wurde am 25. Mai 1998 Ehrendoktor der Medizin. Universität "Haynal Imre". An der feierlichen Veranstaltung nahm auch Frau Christine Godknecht, Stellv. Kulturattaché der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn, teil. Unter den Lehrkräften der Universität waren Humboldt-Stipendiaten: Imre Cseh, Antal Ferencz und István Szabolcs.
Dr. Christian O. Steger, Hauptgeschäftsführer des Gemeindetages von Baden- Württemberg wurde mit der Auszeichnung "Pro Cultura Hungarica" geehrt. Er hat bei der Angleichung Ungarns an das europäische Rechtssystem sowie beim Aufbau der ungarischen Selbstverwaltungen viel Unterstützung geleistet. Die Auszeichnung wurde vom Generalkonsul Dr. T. Freund, am 27. April 1998 überreicht.
ROMAN HERZOG-STIPENDIUM
Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat im Januar die folgenden sieben Roman Herzog-Stipendien bekannt gegeben:
Dr. András Balogh (Literaturwissenschaft), Endre Hárs (Literaturwissenschaft), Márta Kis (Geophysik), Ferenc Kun (Festkörperphysik), Dr. András Laszik (Gerichtsmedizin), Krisztián Ungváry (Geschichtswissenschaft) und Zsuzsanna Varga (Volkswirtschaft).
LESERBRIEFE
Raymond Erickson (Dekan, Queens College, The City Uni. of New York): "...herzlichen Dank f. die Humboldt Nachrichten, welche eine sehr eindrucksvolle Veröffentlichung ist..."
Károly Csedõ (Targu Mures/Marosvásárhely, Med. und Pharmazeut.Uni.): "Vielen Dank f. die Humboldt Nachrichten. Gerne lese ich das immer, weil sie mich gut informieren..."
28. August 1998