LESERBRIEFE

 

Zum Thema "Jahrtausende der ungarisch-türkischen Beziehungen (Nr. 13. der H. N.)

Im Artikel von Géza Dávid ist wiederholt die Rede von "türkischem Volk". Dabei sind aber offensichtlich nicht nur in der Türkei lebenden Menschen und ihre Sprache gemeint (ungarisch: törökországi) - denn nur sie sind im Deutschen Türken und sprechen türkisch -, sondern die Turkvölker, die Turksprachen sprechen. Diese Unterscheidung ist auch politisch sehr wichtig, denn in Zentralasien gibt es nun einmal keine Türken oder türkische Länder, sondern Turkmenen, Usbeken, etc. Darüber hinaus ist es unter Sprachforschern durchaus umstritten, ob das Tschuwaschische zu den Turksprachen zählt. Schließlich ist im Zusammenhang mit nach Ungarn eingewanderten Turkstämmen von den Komanen die Rede; gemeint sind aber wohl die Kumanen (ungarisch "kunok").

Matthias Nöllenburg

Volkswagen-Stiftung

Hannover

Die obigen Zeilen von Matthias Nöllenburg lesend mußte ich zugeben, daß ich nicht aufmerksam genug war, als ich meinen - bei den Humboldt Nachrichten üblicherweise - durch einen Übersetzer von Ungarischen ins Deutsche übertragenen Text vom fachlichen Standpunkt aus durchsah. Natürlich ist mir bekannt, daß der erwähnte Unterschied existiert und auch bedeutsam ist. Trotzdem denke ich, daß der Text aufgrund seiner inneren Logik auch mit dieser sprachlichen Ungenauigkeit eindeutig ist. Im ersten Teil des Artikels geht es um Türkentum allgemein, also nicht nur um sie in der Türkei lebenden Türken; der zweite Teil beschäftigt sich mit den osmanischen Türken und ihren Nachkommen, also dem - sprachlich und ethnisch ebenfalls keineswegs einheitlichen - Volk der heutigen Türkei.

Die zweite Bemerkung kann ich jedoch nicht akzeptieren. Mir ist keine Arbeit bekannt, in der die Zugehörigkeit der tschuwaschischen Sprache zu den Turksprachen angezweifelt wird. Es stimmt zwar, daß sie gemeinsam mit dem Jakutischen am weitesten von den anderen Turksprachen entfernt ist. doch mit entsprechenden Kenntnissen über die sprachgeschichtlichen Veränderungen, sowie Grundlagen über die Deklination von Hauptwörtern und die Konjugation von Verben, ist ein schriftlicher tschuwaschischer Text auch für jemanden ziemlich gut verständlich, der die Sprache der in der Türkei lebenden Türken beherrscht.

Hinsichtlich der dritten - und am wenigsten wichtigen - Richtigstellung möchte ich mich auf die deutsche Fachliteratur berufen, in der früher die Form Komanen durchaus vorkam. Ich dachte an eine Arbeit von J. Marquart mit dem Titel "Über das Volkstum der Komanen" (Berlin, 1914), als ich diese Version als entsprechenden Ausdruck für das ungarische Wort "kun" im ungarischen Text benutzte. Auch in einem solchen Handbuch wie die "Philologiae Turcicae Fundamenta" (Wiesbaden, 1964) schrieb Annemarie von Gabain von komanischer Literatur.

Zusammenfassend möchte ich meiner Freude Ausdruck verleihen, daß es jemanden gab, der meine Zeilen derart aufmerksam gelesen hat. Ich hoffe, daß er neben den sprachlichen Ungenauigkeiten auch Formulierungen gefunden hat, die einen gewissen Neuheitsgrad für ihn hatten.

Géza Dávid

Loránd-Eötvös-Universität

Lehrstuhl für Turkologie

Budapest

Für die Übersendung des letzten Heftes der Humboldt Nachrichten danke ich Ihnen ganz herzlich. Ich muß sagen, daß ich von den Aktivitäten der Humboldtianer in Ungarn sehr beeindruckt bin. Ich glaube, daß Sie ein bedeutendes Verdienst an dem Gelingen haben. Nach etlichen Gesprächen, die ich hier in Budapest bereits mit Hochschulangehörigen führen konnte, ist mir klar geworden, daß das Aktivitätsprofil des Humboldt-Vereins Ungarn in einer leider ziemlich düsteren Landschaft von Wünschen, halbgaren Hoffnungen und Planungen erfreulich klar und realistisch strahlt.

Wolfram Hogrebe

Universität Bonn

Institut für Philosophie

c/o Collegium Budapest

(bis Ende März 1999)

In unserem Mitteilungsblatt "Korrespondenz" möchten wir sehr gerne einen Artikel abdrucken der in den Humboldt Nachrichten Nr. 13. vom September 1998 erschienen ist. Es handelt sich um den Aufsatz: Der ungarische Dukat im frühneuzeitlichen Europa von János Buza. Es wäre sehr freundlich von Ihnen könnten Sie uns eine Abdrucksgenehmigung besorgen. ...Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft hatte einen Vorstandsitzung. Um unser Interesse an einer Zusammenarbeit zu festigen möchten wir gerne den Humboldt-Verein Ungarn als Korrespondierendes Mitglied aufnehmen. Der Vorstand und ich ganz persönlich würden uns freuen könnten Sie und den Vorstand diesem Vorschlag zustimmen. Ich hoffe auf eine positive Antwort. .... Was halten Sie davon in der "Korrespondenz" auch Nachrichten oder mal einen kleinen Artikel über den Humboldt-Verein Ungarn zu veröffentlichen?

Stephanie J. Morvay