Wolfgang Paul - Preis für Ferenc Nagy

Höchstdotierte wissenschaftliche Auszeichnung Deutschlands für ungarischen Biochemiker

 

Gemeinsam mit 13 weiteren Wissenschaftlern von Weltruf erhielt der ungarische Biochemiker Ferenc Nagy am 6. November den einmalig verliehenen Wolfgang Paul-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Bei diesem Preis handelt es sich um die höchstdotierte Auszeichnung in der deutschen Wissenschaftsgeschichte aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung Deutschlands. Überreicht wurde der Preis von der deutschen Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn. Er wurde nur einmal, ausschließlich in diesem Jahr an ausländische Spitzenwissenschaftler vergeben.

Mit dem Wolfgang Paul-Preis erhielt jeder der renommierten Wissenschaftler bis zu 4,5 Millionen Mark Forschungsförderung. Das Wolfgang Paul-Programm dient dazu, den Preisträgern die bestmöglichen Arbeitsbedingungen an einer Forschungseinrichtung in Deutschland zu bieten. "So können die besten Köpfe aus dem Ausland frei von administrativen Zwängen ihre Forschungsprojekte vorantreiben - und auch in Deutschland eigene Arbeitsgruppen mit hoch qualifizierten jüngeren Wissenschaftlern aufbauen", erklärte der Präsident der Humboldt-Stiftung, Professor Wolfgang Frühwald.

Derzeit arbeitet Ferenc Nagy am Agricultural Biotechnology Centre in Gödöllo. Der Pflanzenbiologe erforscht Steuerungsmechanismen, durch die Veränderungen des Umgebungslichts die Entwicklung und das Wachstum höher entwickelter Pflanzen beeinflussen. Für den Wolfgang Paul-Preis hatte ihn das Institut für Biologie der Universität Freiburg vorgeschlagen. Ziel der Forschungsarbeit, die Nagy in Freiburg durchführen wird, ist es, diese Steuerungsmechanismen auf molekularer Ebene zu beschreiben.

"Mit diesem Preis würdigen wir wissenschaftliche Leistungen auf einem international herausragenden Niveau", erklärt Professor Wolfgang Frühwald, Präsident der Humboldt- Stiftung. Insgesamt seien 70 Forscher aus 23 Ländern von deutschen Forschungseinrichtungen für den Wolfgang Paul-Preis nominiert worden. Die vergleichsweise geringe Zahl der erfolgreichen Preisträger sei somit ein deutliches Anzeichen für deren herausragende Qualität. Neben Ungarn mit einem Preisträger sind die USA das Herkunftsland von acht Preisträger. Drei weitere Preisträger forschen derzeit noch in der Russischen Föderation. Je ein Wissenschaftler arbeitet in Großbritannien und Italien.

Zu Ferenc Nagy (48 J.) Ferenc Nagy promovierte 1981 an der Universität Szeged (Ungarn). Er forschte seither am Biologischen Forschungszentrum der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Szeged, an der Rockefeller University, New York (USA), am Friedrich-Miescher Institut, Basel (Schweiz) und am Landwirtschaftlichen Biotechnologischen Zentrum in Gödöllo (Ungarn). Als Wolfgang Paul-Preisträger wird Nagy künftig auch am Institut für Biologie der Universität Freiburg arbeiten.